Erholsame Ferien

Nun bin ich schon eine ganze Weile zurück aus den erholsamen Badeferien. Der Strand, die Sonne und das Meer waren Balsam für meine Seele und ich konnte endlich meine Batterien wieder einmal richtig aufladen.
Für mich ist auch die Trichotillomanie ein gutes Barometer dafür, wie es mir gerade wirklich geht. Schon immer war der Drang zu reissen in den Ferien oder bei schönen Aktivitäten viel kleiner. Dies kann man doch auch für sich selbst nutzen und aus dem Zwang einen positiven Aspekt gewinnen.
Die Trichotillomanie zeigt einem, wie es gerade steht und ob man sich vielleicht eine kleine Pause, Auszeit oder einfach etwas Ruhe nehmen und gönnen sollte. Generell habe ich gelernt, mehr auf mich und meine Bedürfnisse zu achten. Ich kann mich gut in andere hineinfühlen und möchte am liebsten allen helfen. Aber ich habe gelernt, dass ich das nur kann, wenn auch mein Tank, meine Batterien voll sind. Das ist doch wie bei der Sicherheitsansage im Flugzeug: zuerst selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen und dann anderen helfen.
Für mich heisst das im Alltag, dass ich mir sehr viel Zeit für mich selber nehme. Ich arbeite noch daran, achtsamer zu sein und wenn möglich immer nur eins nach dem anderen zu tun. Und wenn ich doch wieder unruhig und kribbelig werde, erinnert mich die Trichotillomanie daran, dass ich in diesem Moment vielleicht doch etwas anderes brauche. So kann ich bewusst den Ort oder die Tätigkeit verändern und aktiv auf meine eigenen Bedürfnisse eingehen.

Rüya Kristina Bora